Gesundheitsplan: pAVK (Oberschenkeltyp, Stadium IIa), Diabetes Typ 2 und Herzkranzgefäße

Dieser Plan kombiniert ein gezieltes Gehtraining für die Durchblutung mit einem angepassten Trinkplan, um das Herz zu schonen und Wassereinlagerungen (Aufgeschwemmtsein) zu vermeiden.

1. Gehtraining bei pAVK (Stadium IIa)

Ein strukturiertes Gehtraining ist die wirksamste Methode, um die schmerzfreie Gehstrecke bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) zu verlängern. Durch das Training bilden sich kleine Nebengefäße (Kollateralen), die die Durchblutung verbessern. Gleichzeitig wirkt sich die Bewegung positiv auf den Blutzuckerspiegel (Diabetes Typ 2) und die Herzkranzgefäße aus.

Wichtiger Hinweis vorab: Da Begleiterkrankungen wie Diabetes und mögliche Probleme mit den Herzkranzgefäßen vorliegen, sollte vor dem Start eine ärztliche Abstimmung (insbesondere ein Check der Herzfunktion) erfolgen

Trainingsplan und Regeln

  • Häufigkeit & Dauer: 3- bis 6-mal pro Woche für jeweils 30 bis 60 Minuten Gesamtbewegungszeit.
  • Aufteilung über den Tag: Es ist sehr sinnvoll und oft besser verträglich, die Gehzeit in mehrere kleine Einheiten aufzuteilen (z. B. 2- bis 3-mal täglich 10 bis 15 Minuten). Das schont die Beine (pAVK) und stabilisiert den Blutzucker (Diabetes) besonders gut, wenn Sie z. B. nach den Mahlzeiten spazieren gehen.
  • In den Schmerz hineingehen: Zügig gehen, bis ein leichter Schmerz in den Beinen (insbesondere im Oberschenkel) auftritt. Idealerweise noch ein paar Schritte über diese Schmerzgrenze hinausgehen, um den Reiz für die Gefäßneubildung zu setzen.
  • Pausen einlegen (Intervalltraining): Sobald der Schmerz zu stark wird, stehen bleiben und pausieren (ca. 2 Minuten), bis der Schmerz vollständig abgeklungen ist. Danach das Gehen fortsetzen.
  • Alternativen: Falls das Gehen temporär zu schmerzhaft ist, sind Radfahren oder Ergometer-Training gute Alternativen, die auch das Herz-Kreislauf-System stärken.

Beispielhafter Gehtrainings-Fahrplan

Um die Gesamtbewegungszeit gut über den Tag zu verteilen und den Blutzucker nach den Mahlzeiten zu regulieren, bietet sich folgende Struktur an:

Tageszeit Dauer Schritte (ca.) Fokus / Ziel
Vormittag (z. B. nach dem Frühstück) 10 - 15 Minuten 1.000 - 1.500 Kreislauf in Schwung bringen. Ruhig starten, beim ersten leichten Schmerz pausieren.
Nachmittag (z. B. nach dem Mittagessen) 10 - 15 Minuten 1.000 - 1.500 Blutzuckerspitzen nach dem Essen abfangen. Bewusstes pAVK-Intervalltraining.
Abend (z. B. nach dem Abendbrot) 10 - 15 Minuten 1.000 - 1.500 Leichter Verdauungsspaziergang. Den Tag aktiv abschließen, ohne das Herz vor der Nachtruhe zu stark zu belasten.
  • (Hinweis: Neben diesen bewussten Spaziergängen sammelt man im normalen Alltag in der Wohnung oder beim Einkaufen meist zusätzlich noch 1.000 bis 2.000 Schritte, sodass man am Ende des Tages insgesamt auf gesunde 4.000 bis 6.500 Schritte kommt.)

Die optimale Schrittzahl

Oft wird pauschal von 10.000 Schritten pro Tag gesprochen, doch bei der Kombination aus pAVK, Diabetes und Herzerkrankungen gilt dies nicht als starres Ziel.

  • Qualität vor Quantität: Bei pAVK ist das strukturierte Intervalltraining (wie oben beschrieben) viel wichtiger als das reine Schritte-Sammeln. Das Ziel ist die Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke.
  • Realistische Ziele: Studien zeigen, dass bereits moderate Steigerungen deutliche gesundheitliche Vorteile bringen. Große positive Effekte für Herz und Blutzucker zeigen sich oft schon bei etwa 4.000 bis 5.000 Schritten pro Tag. Ein sehr gutes, aber anspruchsvolles Ziel wären ca. 7.000 Schritte.
  • Darf es auch mehr sein (z. B. 10.000 Schritte)? Ja, absolut

Wenn der Körper sich daran gewöhnt hat, ist eine langsame Steigerung auf 10.000 Schritte oder mehr hervorragend. Es gilt jedoch: Niemals erzwingen

Das pAVK-Intervalltraining (Gehen-Schmerz-Pause) muss beibehalten werden, das Herz darf nicht überlastet werden und die Füße (Diabetes) müssen wegen der erhöhten Belastung noch genauer auf Druckstellen oder Blasen kontrolliert werden.

  • Wichtiger als die absolute Gesamtzahl ist die Regelmäßigkeit der Bewegung.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

  • Füße täglich kontrollieren (Diabetes): Aufgrund des Diabetes können Wunden oder Druckstellen an den Füßen oft nicht richtig gespürt werden. Bequemes, gut sitzendes Schuhwerk ist extrem wichtig

Die Füße täglich auf Blasen oder kleine Verletzungen prüfen.

  • Auf das Herz hören: Bei Schwindel, Engegefühl in der Brust oder außergewöhnlicher Atemnot das Training sofort abbrechen und ärztliche Rücksprache halten.

2. Trinkplan zur Schonung des Herzens

Das gleichmäßige Trinken über den Tag verteilt ist für Ihr Herz deutlich schonender als große Mengen auf einmal. Wenn Sie sich aufgeschwemmt fühlen, hilft eine exakte Verteilung der Flüssigkeitszufuhr.

Die Faustregel: Ein kleines Glas pro Stunde (ca. 150 bis 200 ml). Das entspricht einem normalen Wasserglas (nicht ganz voll) oder einer kleinen Kaffeetasse.

Beispielhafter Trink-Fahrplan (08:00 - 22:00 Uhr)

Uhrzeit Menge Was?
4 Gläser (ca. 800 ml) Stilles Wasser / 1 Tasse Tee
4-5 Gläser (ca. 900 ml) Stilles Wasser / 1 Tasse Tee
2 Gläser (ca. 300 ml) Tee zum Abendbrot
Nur noch kleine Schlucke Wasser für Medikamente

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Zuletzt aktualisiert am 14.05.2026 16:05